14.12.2011

Ausbeutung von Mensch und Natur

Wenn Schweizer Konzerne im Ausland gegen Menschenrechte und Umweltstandards verstossen, können sie in der Schweiz nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden. Das ist ein Skandal: Es braucht klare Regeln für Schweizer Konzerne. Weltweit.


Deshalb habe ich die Petition von Recht ohne Grenzen unterschrieben.


Bitte unterschreib auch du unter www.rechtohnegrenzen.ch


Beispiel gefällig? Schauen wir mal auf die CH-Firma Glencore mit Hauptsitz in Baar (weitere Beispiele unter obigem Link):


Ausbeutung von Mensch und Natur

Glencore hält in der Provinz Katanga über die Kamoto Copper Company KCC (börsenkotiert unter dem Namen Katanga Mining Limited KML) und die Mutanda Mining Konzessionen für Kupfer- und Kobaltgebiete mit einer Fläche von über 40 km2. Über Zwischenhändler kauft Glencore Erze von Kleinschürfern, die auf den KCC/KML-Territorien nach Kupfer und Kobalt suchen. Ohne Schutzausrüstung graben die Menschen in diesen «Mines artisanales» Tunnels, teils barfuss und mit bescheidensten Hilfsmitteln. Um in die Schächte abzusteigen, müssen sie riesige Schutthalden überwinden, wo ständig Rutsche und Steinschlag drohen. Entsprechend häufig verunfallen die Arbeitenden. So auch bei einem Unfall in Tilwezembe im Mai 2011. Sechs Arbeiter wurden dabei schwer verletzt, zehn konnten nur noch tot geborgen werden. Weder Glencores Tochterfirma, die KCC/KML, noch die Zwischenhändler (Bazano und Misia Mining) haben auf diesen Unfall reagiert. In den «Mines artisanales» in Kolwezi ist auch Kinderarbeit weit verbreitet. Tausende von Kindern und Jugendlichen schleppen die 20 Kilogramm schweren Säcke aus ungesicherten Gruben und Gängen ans Tageslicht und putzen das geförderte Erz.
Wenn die KCC/KML in ihren Konzessionsgebieten den industriellen Bergbau auf Gelände mit «Mines artisanales» ausdehnen, werden die Kleinschürfer von Sicherheitskräften im Auftrag der Firma rücksichtslos und gewaltsam vertrieben. Im Juni 2010 starben bei Ausschreitungen drei Kleinschürfer. Die KCC/KML hat vorgängig keine Massnahmen ergriffen, um die gewaltsamen Vertreibungen durch die Sicherheitskräfte zu vermeiden. Auch nach den Gewaltakten zeigte die Firma kein Interesse, die Vorgänge intern abzuklären oder sich öffentlich zur Vermeidung von gewalttätigen Vertreibungen in der Zukunft zu äussern.
Auch die Arbeitsbedingungen in den Minen, welche die Glencore-Tochter KCC/KLM selber betreibt, sind haarsträubend: Sicherheitsbestimmungen werden kaum respektiert und Hinweistafeln mit grundlegenden Sicherheitsregeln fehlen weitgehend. Da die Bergleute zudem kaum angepasste Schutzkleidung erhalten, sind sie häufig grossen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Studien haben aufgezeigt, dass in den Minen eine stark erhöhte radioaktive Strahlung - vor allem durch Uran - vorherrscht. Gesundheitliche Schäden wie Blutarmut, Diabetes oder Unfruchtbarkeit sind nicht auszuschliessen.
Missbräuchliche Kündigungen gehören in den Tochterunternehmen von Glencore zur Tagesordnung. Mehrere hundert Personen wurden im Laufe der letzten Jahre auf die Strasse gestellt, ohne Angaben von Gründen. Oder ganz einfach, weil sie versuchten, die Rechte der Arbeitenden zu verteidigen.
Die KCC/KML kümmert sich kaum um die Gemeinden rund um die Minen und suchte bis anhin auch keinen Austausch mit der ansässigen Bevölkerung. Dabei weisen viele Gebäude als Folge der regelmässigen Sprengungen Schäden auf. Die Bewohner/innen von Musonoi, einer Ortschaft nahe der Tagbaumine T17, haben in einem Brief an die Verantwortlichen der KCC/KML auf solche Schäden hingewiesen. Sie erhielten keine Antwort – geschweige denn eine Entschädigung. Die Verschmutzung von Flüssen und des Grundwassers stellt eine weitere Belastung für die lokale Bevölkerung dar. Zur Herstellung von Kupferkathoden aus Kupferkonzentrat setzen die Fabriken Schwefelsäure und weitere toxische Substanzen ein, die ungeklärt in die Flüsse geleitet werden. Die für die Ernährung der Bevölkerung wichtigen Fischbestände wurden vollständig vernichtet.
Die Einnahmen der Provinz Katanga aus dem Bergbau gingen in den letzten Jahrzehnten stetig zurück. Dies, obwohl die Produktion nach dem Bürgerkrieg in den letzten Jahren wieder deutlich gestiegen ist. Die Unternehmen finden immer neue Schlupflöcher, um Steuern und Abgaben zu vermeiden. Beispiele sind gefälschte Dokumente, nicht deklarierte Exporte oder zu tiefe Angaben über Mengen oder Metallgehalt. Nach einem Bericht des Senats nahm die kongolesische Finanzverwaltung 2007 nur 92 Millionen US-Dollar ein statt der eigentlich geschuldeten 205 Millionen. Die KCC/KML unterhält neben dem Holdingsitz auf den Bermudas Filialen auf den ebenfalls als Steuerparadiesen bekannten Virgin Islands und der Isle of Man. Die KCC/KML muss gemäss ihren eigenen Prognosen für die Jahre 2010 bis 2013 jeweils nur ein Steuerminimum von jährlich einer Million Dollar bezahlen. Die bezüglich ihrer Geschäftsaktivitäten in der DR Kongo vergleichbare First Quantum Minerals dagegen bezahlte 2009 rund 57 Millionen Dollar.

Aktueller Stand

Glencore will über die KCC/KML und die Mutanda Mining weiter investieren und bis 2015 zum weltgrössten Förderer von Kobalt und zum bedeutendsten Kupferanbieter Afrikas werden. Ein Wandel der Unternehmenskultur hin zu mehr Transparenz und Verantwortung gegenüber Menschenrechten und Umweltstandards ist darum dringend nötig.
Die Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer arbeiten auf dem Thema Bergbau im Kongo. Im Frühling 2011 haben sie eine Petition mit dem Titel „Unternehmen müssen Menschenrechte achten!“ an den Bundesrat eingereicht. Dieser schreibt in seiner Antwort, die Schweiz engagiere sich bereits heute stark im Bereich der freiwilligen Initiativen für mehr Unternehmensverantwortung. Die Verletzung der Menschenrechte und die Verschmutzung der Umwelt im Konzessionsgebiet von Glencore aber gehen weiter.

08.12.2011

Bitte mitmachen! Es geht um unser Klima


Folgt dem Aufruf von WWF und helft mit! Regenwald ist zu einem sehr grossen Teil für unser Klima verantwortlich.

Es wäre die schlechteste Nachricht für das Weltklima der letzten Jahrzehnte: Mit dem neuen Waldgesetz droht der brasilianischen Amazonasregion ein gigantischer Kahlschlag. Millionen Hektar Regenwald könnten abgeholzt werden – ganz legal. Noch kann Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff diese gewaltige Umweltkatastrophe verhindern.  


Mehr: http://action.wwf.de/ea-action/action?ea.client.id=1726&ea.campaign.id=12781

AUF DIESER SEITE KÖNNT IHR DURCH REGISTRIERUNG EUERER E-MAIL ADRESSE EINEN BRIEF AN DIE PRÄSIDENTIN SENDEN. ES GEHT GANZ EINFACH!!!


DEN EFFEKT KÖNNT IHR STEIGERN, WENN IHR DEN WWF BEITRAG AN FREUNDE WEITERLEITET ODER AUF FACEBOOK VERÖFFENTLICHT USW..

04.12.2011

Heizen in Wohn- und Büroräumen

Diesen Artikel von WWF habe ich kürzlich im Beobachter gelesen. Wieder mal ein AHA-Moment.

Rund ein Drittel unseres durchschnittlichen Energieverbrauchs geht aufs Konto der Heizung. WER SEINE RAUMTEMPERATUR UM EIN GRAD REDUZIERT, SENKT DEN HEIZENERGIEVERBRAUCH UM CA 6 %! Das sind umgerechnet 125 Liter Heizöl. In Wohn- und Bürogebäuden sind Temperaturen von 20 Grad Celsius ideal (wirklich, das reicht völlig!). Im Schlafzimmer braucht es 16 - 18 Grad für eine bessere Luft- und damit Schlafqualität. In Wintergärten, Treppenhäusern oder Abstellräumen ist Heizen nicht angebracht.

Mehr zum Thema: www.wwf.ch

Also. Das schont Umwelt und Portemonaie. Ab geht's, regeln wir bewusst die Temperatur.

01.11.2011

Kein Holz = Kein Leben



Die Wälder der Erde sind unverzichtbar im Ökosystem. Dennoch wird in den grössten Gebieten weiter abgeholzt und gerodet was das Zeug hält.  Das hat massive Folgen im Kleinen, aber auch im Grossen (Klimawandel).

Man muss ja nicht auf die Nutzung der Wälder gänzlich verzichten. Jedoch haben - leider noch zu seltene - lobenswerte Beispiele in der 3. Welt gezeigt, dass es auch anders geht, als nur für die kurzfristige Nutzung planlos zu holzen oder für eine anderweitige Verwendung zu roden, ohne die krassen Folgen abzuschätzen. Nach FSC-Vorschriften wird der Wald nach strengen Richtlinien nachhaltig genutzt. Gleichzeitig wird der Lebensraum für Insekten, Tiere und Ureinwohner bewahrt, so dass nachhaltig kein Schaden entsteht. Das bringt allen etwas. Können wir so doch die Wälder auch künftig nutzen und man staune, sogar die Holzfirma arbeitet mit einem soliden Gewinn und kann dies so - und nur so - auch nachhaltig tun. 

Als einfaches Fussvolk können wir hier unseren Beitrag durch die Nachfragesteuerung leisten. Kaufen wir doch einfach Produkte mit den seriösen Labels und schauen wir daneben noch etwas mehr darauf, dass wir möglichst kein Papier und Holz verschwenden (Stichworte: Doppelseitiger Druck, Mehrere Seiten auf eine drucken, Fehldrucke als Notizpapier brauchen, Altpapier sammeln und entsprechend entsorgen für Recycling...).

Holz und Papier
In den letzten 50 Jahren verschwand die Hälfte der weltweiten Regenwälder durch Abholzung und Brandrodung. Boykotte haben nicht den nötigen Erfolg gebracht, waren teils sogar kontraproduktiv.
Unabhänig kontrollierte Labels helfen mit, eine umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft ohne Raubbau zu fördern.

Aus Quelle WWF.ch:
FSC-Logo
FSC (Forest Stewardship Council)
Holz und Papier aus natur- und sozialverträglicher Waldwirtschaft oder aus Recyclingfasern mit den Zielen: Erhaltung der biologischen Vielfalt und der damit verbundenen Werte.
Träger: Internationaler Verein, breit abgestützt
Forest Stewardship Council» 
Oecoplan Logo
Coop Oecoplan
Papierprodukte, welche zu 100 Prozent aus Recyclingpapier bestehen oder FSC zertifiziert sind. Zudem muss im Bereich Papeterie der ökologische Mehrwert des Produkts mittels Ökobilanz nachgewiesen werden. Holzprodukte mit dem Oecoplan-Label sind FSC zertifiziert oder stammen aus der Schweiz. Schädliche Stoffe wie Elementarchlor, Formaldehyd oder schwermetallhaltige Farbstoffe u.ä. sind verboten.
Träger: Coop
Coop Oecoplan»


Der Blaue Engel Logo
Der Blaue Engel
Papierprodukte aus Fasern, die zu 100 Prozent aus Altpapier bestehen. Die Richtlinien für Recyclingpapier schreiben zudem Grenzwerte für bestimmte Lösungsmittel und andere Schadstoffe vor; schwermetallhaltige Farbstoffe sind verboten.
Träger: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Der blaue Engel» 

21.10.2011

Jetzt geht mir ein Licht auf (Lampen unter der Lupe)



Abschied von der ineffizienten Glühbirne. Alternativen gibt es inzwischen viele: 

Energiesparlampen, Halogenlampen, LEDs.

Die Unsicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher ist jedoch groß – nicht zuletzt, weil anstelle der gewohnten Watt-Angaben plötzlich Bezeichnungen wie „Lux (lx)“ und „Lumen (lm)“ auftauchen. Was hat es damit auf sich?

Lux bezeichnet die Beleuchtungsstärke. Diese ist abhängig von der Lichtstärke der Lichtquelle und deren Abstand zur beleuchteten Fläche. Die Luxzahl gibt also Auskunft darüber, welche Lichtstärke auf einer Zielfläche (von einem Quadratmeter) ankommt. 

Heller Sonnentag 100‘000 Lx
Bedeckter Sommertag 20‘000 Lx
Büro/Zimmerbeleuchtung 500 Lx
Strassenbeleuchtung 10 Lx
Kerze ca 1m entfernt 1 Lx

Lumen dagegen bezeichnet den Lichtstrom oder die Lichtstärke, die von einer Lichtquelle für das menschliche Auge wahrnehmbar ausgeht. Die nachfolgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Lichtstärke von herkömmlichen Glühbirnen und (Kompakt-)Leuchtstoff-röhren:

Glühbirne 40 Watt  400 lm
Kompaktleuchtsofflampe 7 Watt 420 lm
(„Energiesparlampe“)
Glühbirne 60 Watt 720 lm
Kompaktleuchtsofflampe 12 Watt 720 lm
Glühbirne 100 Watt 1450 lm
Kompaktleuchtsofflampe 23 Watt 1380 lm
Leuchtstoffröhre 36 Watt 3420 lm
(mit elektronischem Vorschaltgerät)

Während Glühbirnen und Energiesparlampen nach allen Seiten abstrahlen, geht das Licht von einer LED gerichtet aus. Bei LED-Leuchtmitteln werden daher oft noch der Abstrahlwinkel oder der daraus abgeleitete Raumwinkel (sr) angegeben. Je schmaler der Winkel, desto höher die Beleuchtungsstärke auf einer Zielfläche. Allerdings bei entsprechend
konzentrierterer Zielfläche.

Geben Hersteller von Energiespar- oder LED-Lampen nur einen Lux-Wert für ihre Leuchtmittel an, so muss man wissen, mit welchem Abstand zur Zielfläche dieser ermittelt worden ist. Oft wird hier mit relativ kleinen Abständen gearbeitet, die in der Praxis nicht realistisch sind.

Die beste Orientierung beim Kauf erhalten Sie daher durch die Lumen-Angabe, idealerweise in Verbindung mit dem Abstrahlwinkel. 

Für das Wohlfühlempfinden ist es darüber hinaus ratsam, auch auf die Farbtemperatur zu achten. Diese wird in Kelvin angegeben. Herkömmliche Glühlampen leuchten mit einer Farbtemperatur von 2.200 - 2.800 Kelvin, was als „warmes Weiß“ empfunden wird. Eine Halogenlampe hat eine Farbtemperatur von 3.000 Kelvin, eine „kaltweiße“ Leuchtstoffröhre, wie sie gerne in den südlichen Ländern verwendet wird, von 4.000 Kelvin. Die Farbtemperatur des Tageslichts liegt zwischen 5.500 und 7.000 Kelvin.

Quelle:
Wolfgang Schürger
Beauftragter für Umwelt- und Klimaverantwortung (De)

Welche Lampe ist am umweltfreundlichsten?

Dübendorf, St. Gallen, Thun, 19. Oktober 2010
Empa berechnet Umweltverträglichkeit verschiedener Leuchtmittel

In einer neuen Studie haben Empa-Forscher die Ökobilanz verschiedener Beleuchtungsmethoden untersucht. Sie berücksichtigten dabei nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch Herstellung und Entsorgung sowie verschiedene Strommixe. Klare Siegerin ist die Energiesparlampe.

Roland Hischier, Tobias Welz und Lorenz Hilty von der Empa-Abteilung «Technologie und Gesellschaft» haben verschiedene aktuelle Beleuchtungsmethoden unter die Lupe genommen, um herauszufinden, welche Art der Beleuchtung effektiv die ökologischste ist.

Beurteilt wurden vier Lampenarten: klassische Glühbirnen, Halogenlampen, Fluoreszenzröhren und Energiesparlampen. Um den Gesamteinfluss einer Lampe auf die
Umwelt zu beurteilen, haben die Forscher eine Ökobilanz erstellt. Dabei werden die Stoff- und Energieströme über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts berücksichtigt, von der Produktion über den Gebrauch bis zur Entsorgung.

Erstes Ergebnis der Empa-Forscher:
Der Anteil an der Gesamtumweltbelastung, der durch die Produktion und Entsorgung der Lampen verursacht wird, ist gering…
Deutlich wird dies am Beispiel eines Kohlekraftwerks: Je nachdem, ob mit Braun- oder Steinkohle betrieben, stösst das Kraftwerk pro Kilowattstunde produzierten Stroms 0.042 bis 0.045 Milligramm Quecksilber aus. Bei einer Leistung von 1000 Megawatt wird die Luft durch ein solches Kraftwerk also pro Stunde mit 42 bis 45 Gramm Quecksilber belastet.

Energiesparlampen dürfen dagegen seit 2005 in ganz Europa noch maximal
fünf Milligramm Quecksilber enthalten. Anders ausgedrückt: Ein Kohlekraftwerk emittiert pro Stunde so viel Quecksilber, wie in 8400 bis 9000 Energiesparlampen enthalten ist.

Auf die Nutzung kommt es an
Die weitaus grösste Belastung für die Umwelt ist der Betrieb der Lampen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Art des genutzten Stroms: Eine Glühbirne, die durch mit Wasserkraft erzeugtem Strom leuchtet, belastet die Umwelt weniger als eine Energiesparlampe, die mit europäischem Strommix läuft. «Durch die Wahl von umweltfreundlich produziertem Strom kann man also ökologisch mehr erreichen als durch die blosse Umstellung auf Energiesparlampen», so Roland Hischier.

Doch auch die Energiesparlampe bringt einen ökologischen Vorteil. Das zeigt sich bei der Bestimmung des «environmental break-even point», jener Brenndauer, nach der zwei verschiedene Lampen die Umwelt gesamthaft gleich stark belasten. Mit europäischem Strommix, der zu einem Grossteil «fossil» produziert wird, erreichen Glühbirne und Energiesparlampe aufgrund des wesentlich höheren Stromverbrauchs der Glühbirne den «environmental break-even point» sehr schnell, etwa nach 50 Stunden. Mit Schweizer Strom
ist dieser Punkt nach 187 Stunden Brenndauer erreicht. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer einer Energiesparlampe von 10'000 Stunden – verglichen mit den 1000 Stunden einer Glühbirne – hat sich der Kauf einer solchen Lampe also nach kurzer Zeit ökologisch «amortisiert».

Ergänzung des Blog-Autors:

Eine oekologisch gute Alternative sind LED Lampen (LED vs. Energiesparlampe):

Die beiden Lampentypen sollten den Eigenschaften entsprechend eingesetzt werden: Wer eine warme Wohnzimmerbeleuchtung sucht, wäre mit der Verwendung von geeigneten Energiesparlampen gut bedient. Wer eine Beleuchtung benötigt, die nur kurzzeitig in Betrieb ist, sollte den Einsatz von Leuchtdioden (Led-Lampen) in Erwägung ziehen. Die erzeugen allerdings kälteres Licht.

14.10.2011

Nachhaltigkeit (hä...???)


Alle sprechen von Nachhaltigkeit (und niemand tut es). Was bedeutet Nachhaltig eigentlich. Wikipedia gibt folgende Kurzdefinition:

Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann.


Klingt einigermassen kompliziert. 


Was ist "das regenierbare System": 
Das ist z.B. die Welt mit all seinen Rohstoffen die im ökologischen Kreislauf verbraucht, aber wieder erneuert werden. Das Problem: Die Erde braucht dazu Zeit. Alles kann der Mensch noch nicht forcieren. Öl zum Beispiel geht uns bald aus, weil die Erde seeeeeeeeeeehr lange braucht um wieder Öl herzustellen. Um genau zu sein: Mehrere Millionen Jahre (Öl entsteht übrigens u.a. aus Kleintieren wie Plankton - fand ich spannend).


Vieleicht kann man auch sagen was nicht nachhaltig ist, um zu verstehen was nachhaltig bedeutet. 


Nicht nachhaltig ist z.B.:
Die Produktion von Plastik, da der Rohstoff Öl in einer Weise verarbeitet und genutzt wird, dass dieser nicht wieder genutzt werden kann (Plastik wird mit einer oft geheimen und sehr unterschiedlichen Öl/Chemi-Mischung gewonnen und kann nicht sauber recycelt werden). Zudem braucht Plastik derart lange um von der Natur absorbiert zu werden und sorgt währendem für so viele Schäden, dass das System sogar gefährdet wird.


Kurzfristige radikale Gewinnoptimierung ist nicht nachhaltig. Da personelle und materielle Resourcen auf eine Art und Weise verschwendet werden, dass dies künftig höhere Kosten generieren und Erwartungen derart gesteigert werden, dass man auch im Folgejahr einen noch besseren Gewinn erwirtschaften muss. 


Weitere Beispiele gefällig? Hier ein paar Stichworte:


Holzwirtschaft!
Moderner Börsenhandel auf Basis von nicht realwirtschaftlichen Gebilden!
Bodennutzung!
Übermässige Produkton von Treibhausgasen...und und und

Wieso ist NACHHALTIGES DENKEN wichtig?

WEIL WIR ES SEIT DER INDUSTRIALISIERUNG GESCHAFFT HABEN UNS DERART ZU VERMEHREN, RESSOURCEN DERART ZU VERSCHWENDEN UND DABEI DERART GEDANKENLOS ZU SEIN, DASS DAS MEISTE NUN KNAPP WIRD ODER SOGAR SCHON AUSGEHT UND DER KREISLAUF INSGESAMT ZUSAMMENZUBRECHEN DROHT.

Was soll man nun ändern?

AM BESTEN NICHT KURZFRISTIG RADIKAL SICH SELBST. LIEBER SCHRITT FÜR SCHRITT SICH UND SEIN UMFELD, DAFÜR NACHHALTIG ;-)









05.10.2011

Plastic Planet


Soeben habe ich eine Dokumentation gesehen, die es in sich hatte! Ich hatte keine Ahnung, dass ich keine Ahnung habe - vor diesem Film.

Ein paar Infos daraus:

- Wir sind umgeben von Plastik! Schaut Euch um...was ist nicht aus Plastik?
- Es gibt einige hundert  fundierter Studien über die Gefährlichkeit von Plastik, aber viel weniger die das
   Gegenteil belegen und die wurden potenziell von Grossindustriellen in Auftrag gegeben.
- Mit Plastik wird viel hergestellt und in Plastik ist viel enthalten...wird aber nicht ausgewiesen!
- Plastik baut sich sehr schleichend ab und belastet so die Umwelt.
- Währenddem sich Plastik schleichend abbaut gibt es aber laufend Giftstoffe ab.
- Impotenz: Es ist nicht unwahrscheinlich, das Plastik schuld hat.
- Plastik wird von Tieren verzehrt - Wir verzehren Tiere!!!
- Plastik gibt Stoffe ab - Wir essen und trinken aus Plastik!!!

Ich denke beim Plastik ist es wie bei allem Anderen. Je mehr man darüber weis, desto grösser ist die Bereitschaft umsichtiger damit umzugehen - DARAUF SETZE ICH. Schaut ihn Euch an!

Übrigens lohnt es sich, den ganzen Film zu schauen. Er fängt eher harmlos an, steigert sich aber je länger der Film andauert.

LINK ZUR WEBSEITE, DIE UMFASSEND INFORMIERT:
http://www.plastic-planet.at

Auf Youtube kann man übrigens den ganzen Film anschauen (Plastic Planet), hier der Trailer:



Ich leg mich jetzt in meinen BAUMWOLL-BETTBEZUG :-). Gute Nacht!

29.09.2011

wegwerfen - nicht denken


Ist das gekochte Essen von Vorgestern im Kühlschrank noch gut - lieber mal weg damit.
Oh, das Yoghurt ist gestern abgelaufen - das kann ich heute keinesfalls mehr essen - weg damit.
Ich kaufe lieber mal zu viel ein - schmeiss ich's halt weg, wenn ich's dann nicht brauche.
Ich mag nur die Hälfte des Essens im Restaurant - lass ich doch den Rest einfach stehen.
Dieses T-Shirt habe ich zwar gekauft, aber irgendwie steht's mir trotzdem nicht - weg damit.
Wir zügeln und merken, dass wir so viele Dinge nicht mehr brauchen - Das hat Unmengen an Abfallsäcken gefüllt...puuuuh.
Oh...eh...wo entsorgt man alte Elektronic schon wieder...- In den Müll damit, sieht ja niemand.
Es ist schon mühsam, dass es beim Wandern keine Pet-Sammlungen gibt, schmeiss ich halt die Flasche einfach weg. Abfallkübel gibts auch nicht...ab ins Gebüsch damit, oder sieht mich etwa jemand.
Der Salat am Markt sieht aber irgendwie dreckig aus, überall noch Erde dran - lieber im Supermarkt Hochglanzsalat kaufen.

Solches Verhalten kann man sich eigentlich nicht leisten und trotzdem tun wir es in den Wohlstandsgesellschaften und verschwenden damit Energie, Rohstoffe und Esswaren. Wir nehmen zwar wahr, dass in anderen Orten auf dieser Welt Not herrscht und Leute verhungern - Aber betrifft uns das...Ist ja weit weg, oder?

Es ginge auch anders, wenn man nur etwas überlegt und dann verantwortungsbewusst handelt.

Wenn Jeder nur etwas verantwortungsvoller und bewusster im Alltag agieren würde, würde das die weltweite Bilanz massiv verbessern. Das Potenzial ist beinahe unerschöpflich.

Siehe dazu auch den Artikel zur aktuellen UNO-Studie:


Ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet

Jedes Jahr vergeuden Industrieländer 115 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf, in ärmeren Regionen geht Nahrung beim Transport verloren. Weltweit wird ein Drittel vergeudet.
Ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel wird verschwendet oder geht verloren – jährlich sind das etwa 1,3 Milliarden Tonnen. Das hat eine Studie der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ergeben.

Demnach verschwendet in Europa und Nordamerika jeder Mensch durchschnittlich bis zu 115 Kilogramm Lebensmittel im Jahr. In ärmeren Regionen wie Südostasien oder Afrika sind es bis zu elf Kilogramm.

Während die Rohstoffe in den Entwicklungsländern hauptsächlich beim Transport zwischen Ernte und Verkauf verloren gehen, sind in den wohlhabenden Regionen der Welt überwiegend Händler und Konsumenten dafür verantwortlich, dass viele Lebensmittel auf dem Müll landen. Häufig führten dort "mangelnde Einkaufsplanung oder übertriebene Vorsicht bei Haltbarkeitsdaten zu großer Verschwendung", heißt es in der Studie. Viele Lebensmittel würden weggeworfen, weil sie in Form und Aussehen nicht der erwarteten Norm entsprächen.


video


22.09.2011

Tomaten

Tomaten sind in der Schweiz das wichtigste Gemüse. 77'000 Tonnen oder 10 Kilo pro Kopf verzehren die Schweizerinnen und Schweizer pro Jahr (Quelle: Kassensturz). Tomaten sehen in den Läden und insbesondere bei den beiden Grossverteilern Migros und Coop vorwiegend sehr sauber und rein aus. Das soll auch über die Zeit seit dem Kauf bei dem Bauern bis zur Auslage im Gemüseregal so bleiben. Scheinbar ist das der Anspruch der Käufer, die schönes Gemüse kaufen wollen. Die Konsequenz ist unschön. Bauern müssen die Tomate zu früh pflücken und lassen somit der Geschmacksenftaltung zu wenig Raum. Was wollen sie aber tun, ist doch der Druck der Grossverteiler so gross, dass bei der Abnahme von Bauern eine strickte Selektion stattfindet, in der reife Tomaten (eigentlich die leckeren) durchfallen. 


Wie soll sich nun aber das Verhalten der Grossverteiler ändern. Das geht wohl nur, indem das Verhalten der Konsumenten ändert. Das heisst, wir müssen uns ändern und unser Kaufverhalten bewusster gestalten. Ich zum Beispiel habe in der nähe einen Bauernhof, der täglich frisches Gemüse im eigenen Hofladen anbietet. Die Tomaten (möglicherweise die von den Grossverteilern aussortierten) sind reif und haben tatsächlich mehr Geschmack. Auch Tomaten, die direkt am Gemüsemarkt angeboten werden, sind reifer und damit wohl auch geschmackvoller.


Ja, vieleicht haben Sie keine solche Möglichkeit. Jedoch ist es schon viel, wenn wir alle bewusster Einkaufen und auch mehr Reaktion zeigen, wenn wir mit einem Verhalten von Anbietern nicht einverstanden sind. Wenn sich das Konsumentenverhalten ändert, ändert sich nämlich nachhaltig auch das Verhalten der Anbieter. 


So können wir verhindern, dass z.B. Tomaten - erst noch Gute und reife- von Grossverteilern an Bauern retourniert und im schlimmsten Fall vernichtet werden. Was für einen ökologischen und ökonomischen Sinn macht das? Ich weiss es nicht.


Sinngemäss steht dieses Beispiel stellvertretend für das ganze Kaufverhalten der Gesellschaft. Je kritischer wir im Bezug auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Sinn die Angebote hinterfragen und durch die Wahl bzw. den Kauf von sinnvolleren Alternativen steuern, desto mehr wird auch die Angebotsseite reagieren und bei Produktion und Kauf entsprechend handeln. Denn zuletzt steuert doch die Nachfrage das Angebot oder anders gesagt, der Käufer entscheidet was für ein Produkt er kaufen wird (diese Wahlmöglichkeit wird ihm hoffentlich nie genommen). Einzig die Werbung sugeriert einem manchmal etwas anderes (welche Wahrheit steckt aber hinter der Werbung?)


Ein Beitrag vom Kassensturz hat mich zu einem Kommentar über dieses Thema angeregt.

16.09.2011

Batterien: Akkus sind nachhaltiger

Die Produktion einer Batterie braucht 50mal mehr Energie, als sie liefern kann. Das ist in Anbetracht der Umwelt extrem ineffizient. Besser nutzt man also wiederaufladbare Batterien (wobei der Ausdruck Batterien hier eigentlich nicht verwendet wird, sondern Akku bzw. Sekundärbatterie). Die sind zwar teuerer, können aber etliche male aufgeladen werden und sind daher nachhaltig gesehen günstiger und vor allem umweltfreundlicher. Wenn man aber nicht weiss, wo man welche Batterie oder eben welchen Akku am besten verwendet, der ist vieleicht ob der Leistung enttäuscht. Ich habe deshalb versucht, mich etwas schlauer zu machen und zeige Euch gerne, was ich dazu gefunden habe:


Akkus gibt es für praktisch alle Batteriearten. Die sicherlich meistgebrauchte ist die AA.


Was ist ein Akku (Sekundärbatterie)?
Der Begriff Akku kommt von Akkumulator und bedeutet Sammler. Der Akku besteht aus Zellen, die aufgrund Ihrer chemisch-physikalischen Eigenschaften in der Lage sind, elektrische Energie zu sammeln und wieder abzugeben.
Akkus gibt es in verschiedenen Größen. Für viele Anwendungen werden mehrere Zellen zu einem Paket zusammengefasst, miteinander verbunden und in einem gerätespezifischen Gehäuse untergebracht. Dies ist überall da der Fall, wo der Akku zur Standardausrüstung gehört, also etwa bei Handys, Videokameras und auch vielen Digitalkameras.
Welche Kapazität für welchen Bedarf?
Die Kapazität ist die Speicherfähigkeit des Akkus, vergleichbar mit der mit dem Inhalt eines Benzintanks beim Auto. Je größer der Tank, desto länger kann man fahren. Angegeben wird die Kapazität in Ah (Amperestunden).


Die verfügbare Kapazität eines Akkus ist abhängig von:
• der Entladestromstärke
• der Geräteabschaltspannung
• der Umgebungstemperatur
• dem Ladezustand
• der Lagerzeit

Die gängigen Nickel-Metallhydrid-Akkus sind den unterschiedlichen Energieanforderungen moderner Geräte perfekt angepasst. Daher gibt es sie – je nach Bedarf – in verschiedenen Größen (Micro- oder Mignon-Zellen) und Kapazitäten von 600 mAh bis über 2700 mAh.Leistungsstarke Mignon-Akkus mit einer Kapazität von 2700 mAh oder mehr eignen sich für äußerst energieintensive Anwendungen.
Besonders hohe Ansprüche stellen Blitzlichtgeräte, MP3-Player und digitale Geräte, die mit einem Display arbeiten. Ausdauernde Akkus mit einer Kapazität bis 2100 mAh können, je nach Nutzungsverhalten, ebenfalls Digitalkameras und MP3-Player, aber auch Spielzeugautos und Funkgeräte mit einem hohen Energielevel versorgen.
Der NiMH-Akku bis 2200 mAh ist mit seiner etwas geringeren Kapazität und der langen Lebensdauer der perfekte Partner für häufig genutzte Geräte wie elektrische Zahnbürsten und tragbare CD-Player. Mignon-Akkus mit einer Kapazität bis 1000 mAh sind beispielsweise sehr gut für schnurlose DECT-Telefone zu verwenden.
Diese Zellen haben zwar einen deutlich geringeren Energieinhalt, sind dafür aber für das Dauerladen bestens geeignet. Micro-Zellen mit 900 mAh empfehlen sich für tragbare CD-Player, MP3-Player und Funkmäuse. Für DECT-Telefone, die mit Micro-Zellen betrieben werden, sind NiMH-Akkus mit einer Kapazität bis zu 900 mAh die richtige Lösung. Über die Standardgrößen Micro und Mignon hinaus sind Nickel-Metallhydrid-Akkus auch in den Größen Mono, Baby und 9V erhältlich.
Akkus mit sehr hohen Kapazitäten (2700 mAh oder mehr) sind grundsätzlich nur für Geräte mit großem Energiebedarf und bei besonders intensiver Anwendung zu empfehlen. Denn mit steigender Kapazität sinkt in der Regel auch die Anzahl möglicher Ladezyklen – und somit die Lebensdauer des Akkus.
Welche Akku-Systeme gibt es?
Akku ist nicht gleich Akku – was von außen gleich aussieht, kann sich im Inneren erheblich unterscheiden. Denn die beiden Elektroden eines Akkus enthalten je nach System unterschiedliche Materialien. Dabei hat jedes System seine individuellen Stärken und ist daher für die speziellen Anforderungen verschiedener Geräte geeignet.

Ni-MH - Der Nickel-Metallhydrid-Akku

NiMH-Akkus haben eine lange Lebensdauer, sind extrem belastbar und verfügen im Vergleich zum zweiten gängigen Akku-System – dem Nickel-Cadmium-Akku – über einen bis zu vierfach höheren Energieinhalt. Aus diesem Grund sind sie besonders für energieintensive Anwendungen geeignet, die einen hohen Stromfluss erfordern.
Grundsätzlich werden bei Nickel-Metallhydrid-Akkus heute zwei Varianten unterschieden: auf der einen Seite traditionelle Akku-Technologien, die eine große Bandbreite an verschiedenen Kapazitäten bieten und selbst bei intensiver Nutzung höchste Energieansprüche erfüllen. Auf der anderen Seite so genannte Ready-to-use-Konzepte, die dieVorzüge von Akkus mit denen von Batterien kombinieren. Diese Akkus zeichnen sich durch einen hohen Anwendungskomfort sowie eine besonders lange Lebensdauer aus. Die Kapazitätsbetrachtung entfällt hier, im Vordergrund steht die vielseitige Einsetzbarkeit dieser Allround-Talente.
Vorteile:
  • bis zu 100% mehr Kapazität als NiCd-Akkus
  • kein Memory-Effekt, daher ist kein Entladen vor dem Aufladen nötig
  • geringe Umweltbelastung
  • teurer als NiCd - dafüraber besseres Preis-/Leistungsverhältnis
Nachteile:
  • hitzeempfindlicher beim Aufladen als NiCd-Akkus

Ni-Cd - Der Nickel-Cadmium-Akku

NiCd-Akkus sind robust und kältefest, für hohe Ströme konzipiert und besitzen eine lange Lebensdauer. Aufgrund des hohen Cadmium-Anteils wird der Umstieg auf die umweltfreundlichere und zudem leistungsstärkere NiMH-Technologie empfohlen. Als Folge einer 2006 in Kraft getretenen EU-Umweltschutz-Richtlinie haben die meisten Hersteller Nickel-Cadmium-Akkus bereits aus dem Programm genommen.
Vorteile:
  • auch bei niedrigen Temperaturen gut geeignet
  • für Geräte mit hohemEnergieverbrauch geeignet
Nachteile:
  • umweltbelastend (durch Cadmium)
  • relativ geringe Kapazität
  • Memory-Effekt

Li-Ion - Der Lithium-Ionen-Akku

Li-Ion-Akkus besitzen eine hohe Energiedichte, kurze Ladezeiten und ein geringes Gewicht, sind jedoch teurer als NiMH-Akkus und benötigen eine spezielle Ladetechnik. Da sie eine höhere Spannung als NiMH-Akkus besitzen und zudem aus Sicherheitsgründen eine Schutzelektronik benötigen, sind Li-Ion-Akkus nicht als handelsübliche Rundzellen erhältlich. Besonders geeignet sind sie für moderne Hightech-Geräte wie Notebooks, Mobiltelefone, Digitalkameras und Camcorder.
Vorteile:
  • hohe Energiedichte (bezogen auf Volumen und Dichte)
  • kein Memory-Effekt
  • sehr geringeSelbstentladung
Nachteile:
  • teurer
  • benötigt meist eine spezielles Ladegerät (nicht mit NiCd und NiMH kompatibel)
  • nur für speziellkonzipierte Anwendungen

LiPoly - Der Lithium-Polymer-Akku

Eine Weiterentwicklung des Lithium-Ionen-Akkus. Die jüngste Akkutechnologie mit höchster Energiedichte, insbesondere bezogen auf das Gewicht. Durch die mögliche flexible Formgebung sind sehr flache Akkus machbar. Lithium-Polymer-Akkus zeichnen sich auch durch das sehr geringe Gewicht aus. Die verwendete Ladetechnik ist speziell für Lithium-Polymer-Akkus.
Vorteile:
  • höchste Energiedichte (insbesondere bezogen auf das Gewicht)
  • sehr geringes Gewicht
  • flexible Formgebung
Nachteile:
  • teurer
  • benötigt meist eine spezielles Ladegerät (nicht mit NiCd und NiMH kompatibel)
  • nur für speziellkonzipierte Anwendungen

LiFePO4 - Lithium-Eisen-Phosphat Zellen

Lithium-Eisen-Phosphat wird die zukünftig bevorzugte Technologie für den Antriebsakku des Elektrofahrzeugs sein und auch für viele andere Anwendungen, wo hohe Leistung, niedriges Gewicht und eine hohe Lebensdauer wichtig sind. Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO4) Akkus zählen zur ursprünglichen Lithium-Ionen-Chemie, aber es wird kein Lithium-Cobalt-Dioxid (LiCoO2) mehr als Kathodenmaterial verwendet. Dies wird hauptsächlich in den gängigsten Akkus von Laptops, Handys, MP3-Playern, etc. eingesetzt.
LiFePO4 ist sicherer als dasKathodenmaterial LiCoO2, da keine exotherme Reaktionen in Akkus, die auf diesem Material basieren, auftreten können: LiFePO4 Zellen können nicht brennen und explodieren nicht unter extremen Bedingungen (thermal runaway). Darüber hinaus haben LiFePO4 Zellen einen höheren Entladestrom, sind nicht toxisch und haben eine wesentlich höhere Lebensdauer als LiCoO2 Zellen. LiFePO4 ist die ideale Chemie für Elektrofahrzeug-Anwendungen.
Die richtigen Lithium-Zellen für ein modernes umweltfreundliches Akkusystem auszuwählen, das Design für den Akku und das Batterie-Management-System (BMS), das die geometrischen, thermischen und elektrischen Vorbedingungen berücksichtigt, bedarf einer qualifizierten Beratung ebenso wie der richtigen Ladetechnik.
In fast 90 % der aller Traktionsanwendungen wird immer noch Blei-Säure oder Blei-Gel benutzt. Diese Produkte basieren auf einer bewährten Technologie mit giftigem Schwermetall und sind billig in der Anschaffung. Dem entgegen stehen die Vorteile von LiFePO4 wie Kapazität, Gewicht und die Betriebstemperaturen, sowie die CO2-Reduktion. Obwohl der anfängliche Kaufpreis von LiFePO4 höher ist als bei Blei-Systemen, machen die längere Lebensdauer und die höhere Leistungsfähigkeit den Preis pro Zyklus deutlich günstiger.
Neben Traktionsanwendungen eröffnen diese Leistungs-Merkmale und die hohe Sicherheit der LiFePO4 Chemie neue Möglichkeiten. Besonders als Starterakku ist der LiFePO4 Akku unschlagbar leicht. Schon die Gewichtsersparnisse allein können z. B. mit Kohlefaserbauteilen bei weitem nicht so günstig hergestellt werden.
Vorteile:
  • doppelt so hohe Energiedichte wie Ni-MH
  • fast 4-mal so hohe Energiedichte wie Ni-Cd
  • geringe Selbstentladung – perfekt für den mobilen Einsatz
  • unschlagbar leicht im Vergleich zu Ni-MH/Ni-Cd
  • anfänglich teurer, dafür aber längere Lebensdauer und höhere Leistungsfähigkeit
  • ideal für Elektrofahrzeuganwendungen, als Starterbatterie und für andere Anwendungen wo hohe Leistung, niedriges Gewicht und hohe Lebensdauer wichtig sind
  • absolut sicher, keine Brand- oder Explosionsgefahr unter extremen Bedingungen
Nachteile:
  • dürfen nur mit speziellen Ladegeräten geladen werden, die rechtzeitig beim Erreichen der Entladespannung pro Zelle abschalten (Balancer)
  • dürfen niemals ohne Balancer-Anschluss zu Packs verbaut werden
  • dürfen für industriellePacks nur mit Lastmodul oder Tiefentladeschutz (BMS) konfektioniert werden
Wie werden Akkus richtig geladen?


Alle Akku-Zellen werden grundsätzlich während der Produktion geladen, um ihre Funktionsfähigkeit zu prüfen. Je nachdem, wie viel Zeit danach bis zum Verkauf verstreicht, verliert der Akku jedoch seine Ladung. Laden Sie deshalb Ihre Akkus vor dem ersten Einsatz immer auf.
NiCd-Akkus sollten im Gegensatz zu anderen Akkus vor dem Ersteinsatz vollkommen entladen werden, um sie danach wieder aufzuladen. Der Memory-Effekt kann dadurch vermieden werden.
Akkus verschiedener Systeme, Kapazitäten oder Hersteller sollten niemals zusammen verwendet werden. Ebenso riskant ist die gemeinsame Nutzung von Akkus mit unterschiedlichen Ladezuständen. Durch Wechselwirkungen, bei denen der schwächste Akku die Gesamtleistung aller reduziert, kommt es zu Kapazitätsverlusten und im schlimmsten Fall zu einer Tiefentladung, die den Akku zerstören kann. Eine ähnliche Entwicklung bringt das gemeinsame Laden von Akkus mit unterschiedlichen Ladezuständen mit sich.
Die Lösung sind hochwertige Ladegeräte, die jeden einzelnen Ladeschacht überwachen. Diese Funktion ermöglicht das gemeinsame Laden von Akkus mit verschiedenen Ladezuständen ohne schädigende Wechselwirkung.
Darf ich meine Akkus mit anderen Akkus vermischen?
Nein, verwenden Sie in einem Gerät nur Akkusgleicher Nennkapazitäten, die in Alter und Ladezustand übereinstimmen und gemeinsam geladen und entladen wurden.
Was ist der Memory-Effekt?


Dieser Effekt tritt nur bei NiCd-Akkus auf. Der klassische Memory-Effekt ist ein Phänomen, das einen NiCd-Akku bei falscher Handhabung schnell außer Gefecht setzen kann.
Werden Nickel-Cadmium-Akkus mehrfach nicht vollständig entladen, kommt es zu Materialveränderungen in der negativen Elektrode, die einen Kapazitätsverlust bewirken. Dieser Vorgang wird als Memory-Effekt bezeichnet und führt dazu, dass der Akku weniger Energie freisetzen kann und seine Leistungsfähigkeit sinkt. Daher sollten NiCd-Akkus gelegentlich komplett entladen werden, bevor ein neuer Aufladevorgang beginnt.
Bei Nickel-Metallhydrid-Akkus äußert sich diese Entwicklung nur in abgeschwächter Form alsLazy-Battery-Effekt. Aufgrund des geringeren Kapazitätsverlustes wird die Nutzungsdauer von NiMH-Akkus weniger beeinflusst. Die gute Nachricht: Durch das so genannte „Zykeln“, das mehrmalige vollständige Auf- und Entladen, werden betroffene Akkus wieder auf Trab gebracht und erhalten ihre Leistungsfähigkeit zurück. Hilfreich sind dabei Ladegeräte mit Entladefunktion.
Entladene Akkus sollten nicht über längere Zeit im eingeschalteten Gerät belassen werden. In einem solchen Fall kann es zur so genannten Tiefentladung kommen, die ein Wiederaufladen des Akkus unmöglich macht. Generell sollten Akkus, die längere Zeit nicht verwendet werden, immer außerhalb des Geräts gelagert werden – am besten in geladenem Zustand. Auch in ausgeschalteten Geräten kann ein geringer Strom fließen, der die Selbstentladung des Akkus begünstigt und im schlimmsten Fall zur Tiefentladung führt.
Für eine lange Lebensdauer und anhaltende Höchstleistung stellen Akkus besondere Ansprüche an Lagerung und Pflege. So mögen die mobilen Energiequellen kühle, trockene Plätze ohne direkte Sonneneinstrahlung. Hohe Temperaturen begünstigen hingegen die Selbstentladung von Akkus und können den Lebenszyklus verkürzen.
Die Ladungsmenge, die ein Akku speichern kann, wird als Kapazität bezeichnet und in Amperestunden (Ah) gemessen. Je höher die Kapazität, desto mehr Energie können Akkus theoretisch zur Verfügung stellen. Die praktisch verwendbare Kapazität ist von vielen Faktoren abhängig: vom Ladezustand, dem Entladestrom, der Geräteabschaltspannung, der Anzahl der Ladezyklen, der Temperatur, den Lagerbedingungen und insbesondere der Lagerzeit.
Wie verändert sich die Ladezeit abhängig von Kapazität und Ladestrom?
Ladezeit (h) = Kapazität (mAh)/Ladestrom (mA)*1,3 = Ladezeit in Stunden


Was versteht man unter "Kapazität C [mAh]" ?
Die Kapazität eines Akkkus/Batterie ist die Menge der entnehmbaren Ladung, gemessen in Milli-Amperestunden (mAh) und besagt, wieviel Strom der Zelle eine Stunde lang entnommen werden kann.
Kapazität(C) = Entladestrom(I) x Entladezeit(t)
Zum Beispiel kann man einer 2000 mAh (2 Ah) Zelle theoretisch:
- 1 Stunde lang 2 A entnehmen
- 10 Stunden lang 0,2 A entnehmen
- 6 Minuten lang 20 A entnehmen
Durch eine Parallelschaltung von Zellen wird die Kapazität erhöht.

Was versteht man unter "Spannung U [V]" ?
Die Spannung wird in Volt (V) gemessen und ergibt sich aus der Potenzialdifferenz zwischen den Elektroden. Durch eine Serienschaltung von Zellen wird die Spannung erhöht.
Was versteht man unter "Strom I[A]" ?
Schließt man einen Verbraucher an dieAkkus/Batterien an, wird der Stromkreis geschlossen und es fließt Strom. Die Stromstärke ist abhängig von dem Verbraucher, der anliegt und dem Innenwiderstand des Akkus/der Batterie.
Was versteht man unter "Energie [Wh]" ?
Das Produkt aus Spannung und Kapazität ergibt die Energie, diese wird in Wattstunden gemessen. Je mehr Energie ein Akku/eine Batterie gespeichert hat, desto mehr Arbeit können Sie mit dem Gerät verrichten.
Ein 12 Volt Akku-Pack aus 10 Zellen in Reihe mit einer 2,0 Ah Zelle hat ca. 24 Wh.  (2,0 Ah x 1,2 V x 10 Zellen = 24 Wh)
Was versteht man unter "Innenwiderstand R [Ohm]" ?
Jeder Akku/jede Batterie hat einen Innenwiderstand, dieser ist ausschlaggebend für ihre Leistung. Der Innenwiderstand entsteht in dem Akku/der Batterie von selbst. Während der Entladung des Akkus/der Batterie nimmt die Spannung kontinuierlich ab, dafür verantwortlich ist der Innenwiderstand der Zelle. Der Innenwiderstand einer Zelle ist keine konstante Größe sondern hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, z.B. Temperatur, Alterung der Zelle, Entladung und auch der Größe der Zelle. Bei einer neu aufgeladenen Zelle ist der Innenwiderstand noch am kleinsten, dieser aber erhöht sich während der Entladung und somit erwärmt sich die Zelle. Je größer der Innenwiderstand wird desto mehr Spannung fällt ab.
Was versteht man unter "Selbstentladung" ?
Die Selbstentladung ist ein temperaturabhängiger, ständiger chemischer Reaktionsprozess an den Elektroden des Akkus/der Batterie, ohne Anschluss an einen elektrischen Verbraucher. Das heisst: Alle Akkus/Batterien entladen sich auch ohne Verwendung in einem Gerät nach einer gewissen Zeit von selbst. Je nach System der Akkus/Batterien (NiCd, NiMH, Li-Ion, Alkaline, Zink-Kohle, RAM), verlieren die Akkus/Batterien zwischen 1% - 100 % Ihrer Kapazität pro Jahr.
Warum hat mein nagelneuer Akku so wenig Leistung ?
Nagelneue Akkus benötigen ca. 5 Zyklen (Laden/Entladen) bis ihnen die volle Leistung zur Verfügung steht.
Was ist eine "Tiefentladung"und ist das gefährlich für den Akku ?
Bei einer Tiefentladung werden diejenigen Zellen eines Akkus umgepolt, die die geringste Kapazität haben. Schon durch eine einzige Tiefentladung kann ein Akku zerstört werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Stromverbraucher sich bei zu geringer Spannungsversorgung nicht selbsttätig abschaltet. 
Kann ich beim Laden der Akkus etwas falsch machen ?
Ja. Das Laden in minderwertigenLadegeräten ohne Ladekontrolle, Abschaltung und Temperaturüberwachung kann Ihre Akkus zerstören.
Dürfen meine Akkus beim Laden heiß werden ?
Nein. Sie dürfen sicherwärmen aber nicht heiß werden. NiCd-Akkus sind nicht so empfindlich gegen Erwärmung beim Laden im Vergleich zu NiMH-Akkus. Werden die Akkus zu heiß (über 60°C) dann sind die Akkus entweder überladen oder defekt. 
Schadet Schnell-Laden meinen Akkus ?
Im Prinzip nein, wenn das Ladegerät besonders zuverlässig und rechtzeitig abschaltet. Und vorausgesetzt es sind Qualitätszellen (GP,Panasonic oder Sanyo)
Akku-Entsorgung
Nicht mehr benötigte Akkus und Batterien gehören nicht in den Hausmüll, sondern müssen vorschriftsmäßig entsorgt werden. Sammeln Sie alle unbrauchbar gewordenen Batterien und Akkus und bringen Sie diese zu uns oder jeder anderen Sammelstelle - sie werden dort kostenlos entgegengenommen.


Textquellen: WWF und akkuwerk.com